Was ist Solfège?

Solfège ist eine Methode zum Unterrichten westlicher Musik, die Tonhöhenerkennung, Notenlesen und Vom-Blatt-Singen umfasst. Im engeren Sinne bedeutet es Vom-Blatt-Singen — das Lesen von Noten und Singen in der richtigen Tonhöhe mit Solmisationssilben (Do, Re, Mi...).

Die Solmisationssilben stammen aus einem lateinischen Hymnus (Ut queant laxis) und werden heute verwendet, um Tonstufen oder Tonnamen auszudrücken. Siehe Arten der Solmisation für die verschiedenen Systeme.

Geschichte und Etymologie

Im mittelalterlichen Europa bildete die Musik zusammen mit Arithmetik, Geometrie und Astronomie das Quadrivium und galt als einer der edelsten Studiengänge. Musik wurde nicht nur als Kunst betrachtet, sondern als akademische Disziplin mit einem strengen theoretischen System.

Das Wort 'Solfège' leitet sich vom italienischen 'solfeggi' ab, das aus den Tonnamen Sol und Fa zusammengesetzt ist. Als es Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich auftauchte, bezeichnete es ausschließlich Sammlungen von Gesangsübungen für Sänger. Die Praxis des Singens mit Tonnamen ist jedoch viel älter — der Begriff 'Ars solfandi' (die Kunst der Solmisation) wurde bereits im 14. Jahrhundert verwendet. Das Konzept verbreitete sich in verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Formen: 'solfeggio' in Italien, 'solfège' in Frankreich und 'tonic sol-fa' in England.

Das Wesen des Solfège — Gesangsschulung

Vom 19. bis zum 20. Jahrhundert erweiterte sich die Definition des Solfège allmählich. Zunächst bedeutete es 'eine Sammlung von Übungen zum Singen von Noten in der richtigen Tonhöhe', dann entwickelte es sich zu 'einer Methode der musikalischen Grundlagen mit stufenweisen Übungen im Notenlesen und Intervallsingen' und weiter zu 'einer vokalen und Notenlese-Schulung zur Entwicklung des Tonhöhenempfindens'. Was über die Zeiten hinweg konstant geblieben ist: Solfège ist in erster Linie eine auf dem Singen basierende Disziplin.

Solfège-Unterricht heute

Jahrzehntelang war der Solfège-Unterricht zu theoretisch geworden und hatte den Bezug zur tatsächlichen Musik verloren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich mit Bartók und Kodály als Vorreitern erfahrungsbasierte und aktive Ansätze. Der moderne Solfège-Unterricht basiert auf drei Grundprinzipien:

  • Praxis vor Theorie — zuerst Musik erleben, dann daraus die Theorie ableiten
  • Werke großer Komponisten als Lehrmaterial nutzen — durch echte Musik lernen, um Verständnis und Aufführungsfähigkeiten zu entwickeln
  • Aktive Beteiligung der Lernenden fördern — nicht passiv empfangen, sondern selbst singen, spielen und kreativ sein

Marcel Landowski, ein französischer Komponist und Förderer der Musikbildungsreform, schrieb: 'Kinder sprechen richtig, noch bevor sie lesen und schreiben können. Genauso ist es mit der Musik. Bevor man die Regeln der Musik lernt, muss man zuerst lernen, sie zu lieben.' — Dieser Gedanke bildet das Fundament des modernen Solfège-Unterrichts.

Singalong Solfege — eine App auf Basis dieser drei Prinzipien

Singalong Solfege basiert auf diesen modernen Prinzipien des Solfège-Unterrichts.

  • Praxis vor Theorie — singen Sie sofort mit der Leitstimme mit, ohne theoretisches Vorwissen
  • Werke großer Komponisten als Lehrmaterial — enthält Ladukhin-Übungen sowie zahlreiche Lieder und klassische Vokalwerke
  • Aktive Beteiligung der Lernenden — nicht nur zuhören, sondern eine App, die auf das eigene Singen ausgerichtet ist

Vor allem liegt uns die Freude an der Musik am Herzen. Die enthaltenen Stücke wurden nicht nur nach ihrem pädagogischen Wert ausgewählt, sondern auch nach ihrer musikalischen Schönheit und ihrem Reiz.